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Afrika goes Ungarn - der Artikel ist on!!

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last update 18.10.2004
 


Das Kühlersyndrom
 

 

 Es war auf der Teerstraße zwischen Lusaka und Livingstone, ein sonniger Samstag Mittag Ende Juni. Wir schnurrten mit 60km/h Cruising Speed dahin und unterhielten uns angeregt durch den ganzen Unimog. Vielleicht kam’s dadurch, daß wir wieder mal einem Schlagloch nicht schnell genug ausweichen konnten und es machte Kawum. Normalerweise nimmt man im Moggi mit seinen großen Rädern und den guten Schraubenfedern nur richtige PrachtPotholes war, und dieses scheint mal wieder eines dieser Gattung gewesen zu sein. Es ging weiter, on the Road. Dennoch fiel uns nach diesem Loch auf, daß die Nadel der Kühlwassertemperatur eindeutig in den roten Bereich marschierte. Noch bevor wir anhalten konnten, stand sie am oberen Anschlag. Links ran gefahren und man sah schon das Dilemma. Unter dem Wagen Kühlwasserpfützen. Man roch es auch. Und beim Blick unter die meist verklemmte Haube die Offenbarung: Den Kühler hat’s aus der unteren Verankerung gerissen. Dadurch kam er mit dem Ventilator in Berührung, welcher ein paar Kühlkanäle durchschlagen hatte, daher das Kühlwasser jetzt fort. Okay, waren ja nur noch 60 Kilometer bis nach Livingstone.
Mit dem bisher hinter uns fahrenden Hilux schleppten wir dann den Moggi per Stahlseil bis in den Ort. Natürlich machte ich mir während des Schleppens schon Gedanken, wie es im Ort dann weitergehen wird. Aber ich war ganz zuversichtlich, daß wir den Kühler dort relativ schnell gefixt kriegen. Was sich dann doch als Trugschluß erwies. Die Mainroad am Nachmittag schon ziemlich leer. Wir stellten den Moggi am Straßenrand gegenüber der geschlossenen Landywerkstatt ab und machten uns auf die Suche nach geeigneter Hilfe. Relativ schnell, über diverse Hinterhofschrauberplätze, bekamen wir Kontakt zu einem gewissen Joe, der mich mit einem VW-Bus von einem seiner Kunden abholte und zu seinem „Workshop“ brachte. Hinter uns im VW-Bus zogen die anderen den Moggi ins Ungewisse. Über eine staubige Stichpiste gelangten wir zum Ort der Hoffnung. Von einer mit Glasscherben gespickten Mauer geschützt, durch das Stahltor mit der von Hand draufgepinselten Werkstattaufschrift, die Watchmen in zerrissenen Hosen drückten es auf. Drinnen ein ziemliches Chaos, aber wir machten uns sofort dran, den Kühler auszubauen, denn ich hatte ja immer noch damit gerechnet, daß die Karre heute abend wieder läuft. Wir spülten den Kühler und markierten die Stellen der Wasseraustritte. Sah nicht so gut aus. Joe nahm mich dann auf eine „Stadtrundfahrt“ mit, um eventuell einen Austauschkühler aufzutreiben. Aber mit jedem Meter wurde mir bewußter, daß es nicht allzu wahrscheinlich erfolgreich sein wird. Wir fuhren zu ihm nach Hause, wo vor seiner Hütte ein paar Autoleichen über ölversiegeltem Boden vor sich hinvegetierten. Über diverse Kollegen dann zu einem gut bewachten Industriebetrieb, in dessen Hof zwei blitzblanke moderne Sattelzüge standen. Und hinter denen, in einem Schuppen, unter stattlichen dicken Staubschicht, eine uralte Mercedes-Limousine. Da sei Kühler noch ein Kühler drin und der könnte passen, meinte dieser Joe. Der Mechaniker. Ich bezweifelte das, wollte aber diesen Rettungsversuch nicht von vornherein abbrechen. Also fuhren wir wieder in den Ort rein, wühlten uns durch diverse Bars und fanden nach einer Weile den Besitzer des Mercedes, der auch gleich sein Okay gab, daß wir den Kühler ausbauen könnten. Wir also wieder ins Industriegebiet. Langsam wurde es dunkel. Das nächste Problem war dann, daß wir keine Taschenlampe dabei hatten, und daß auch noch der Bautenzug des Mercedes zum öffnen der Motorhaube gerissen war. Also bekamen wir schon mal die Haube gar nicht auf. Nach Stunden kam ich wieder mit Joe zum Unimog zurück, wo ja die anderen sehnsüchtig warteten. Heute also nichts mehr zu machen. Wir zogen den Moggi auf ein Campsite, gingen zur Feier des Tages in der nahen Lodge essen und feilschten an Plan B, C, D und E weiter. Am nächsten Morgen lernten wir einen weißen aus der Gegend kennen, der auch einen Unimog haben sollte. Nettes Schwätzchen mit ihm, aber er konnte uns jetzt am Sonntag auch nicht viel weiter helfen. Er meinte, einen neuen Kühler bekämen wir nur in Bulawayo, in Zimbabwe, an die vierhundert Kilometer von hier. Dazu hätten wir Visa für die Einreise in Zimbabwe und wieder für die Einreise nach Zambia gebraucht, plus eineinhalb Tage. Nicht gerade unsere erste Wahl. Wir also wieder zu Joe, mit dem wir gegen elf verabredet waren. An seinem Gelände angekommen aber nur seine Watchmen da, die uns nicht aufmachen wollten, weil ja der Chef nicht da sei. Ganz toll, denn unser Kühler lag noch bei ihm drin. Hatten wir blöderweise gestern vergessen. Sowas darf einem in Afrika eigentlich nie passieren. Aber ich wußte ja, wo dieser Joe wohnt. So bekamen wir ihn zu seiner Werkstatt. Er meinte dann, daß wir versuchen, den Kühler zu löten. Okay. Super. Why not. Dann verschwand er in seiner Lehmhütte, dem Office. Ich schaute mich etwas auf seinem Gelände um. Nur absolute Schrotthaufen, an denen nicht eine einzige Schraube oder nur noch ein einziges verwertbares Teil zu finden war. Und auch sonst kamen mir ernsthafte Zweifel, wie kranken Automobilen hier auch nur ansatzweise geholfen werden könnte. Kein einziges rumliegendes Werkzeug. Es dauerte, Joe immer noch in seiner Hütte. Im Vorraum ein Teilelager, im Hinterraum ein Schreibtisch unter Bergen aus vergilbtem Papier zu erkennen. Joe meinte dann, er habe jetzt das Lötzinn gefunden, aber er habe zur Zeit kein Gas. Na toll. Aber wir könnten es ja mal auf dem Markt probieren. So packten wir den Kühler auf den Hilux und schaukelten auf den Markt. Dort eine Wellblechbaracke, um die einige junge Typen „emsig“ arbeiteten. Es gab sogar Strom, unglaublich. Das hatte es nämlich bei Joe nicht gegeben. Ich sah, wie ein Typ gerade das blanke ausgefranste Ende des Strombabels seiner Flex in die einzige verfügbare Steckdose friemelte. Ich haute die Jungs wegen des Kühlers an und sie meinten, sie könnten heute nicht löten, denn sie hätten kein Gas. Ha, dachte ich, kein Problem, denn die hier haben Zinn und Joe das Gas. Also packten wir die Typen mit dem Zinn rein in den Hilux und fuhren zu Joe. Nun konnte es ja losgehen. Pustekuchen. Man habe den „Specialist“ fürs Löten auf dem Markt vergessen, ohne den ginge gar nichts. Wir wieder auf den Markt, um den Specialist in seinen verlumpten Klamotten einzuladen und auch noch zu Joes Werkstatt zu karren. Aber dann. Waren jetzt ja auch ein halbes Dutzend Specialists vor Ort. In der afrikanischen Mittagssonne ging’s los. Mit Gas und Brenner von Joe, mit dem Zinn vom einen und einer abgebrochenen Feile und einer Kombizange vom anderen Specialist. Die restlichen Specialists beaufsichtigten das ganze oder fungierten als Schaubstock. Zuerst wurden alle Bruchstellen am Kühler blankgefeilt. Was etwa zwei Stunden dauerte. Dann wurden die filigranen Kühlrippen mit der Zange entfernt und dann die offenen Enden der Kanäle umgebogen. Wieder an die zwei Stunden. Letztendlich wurde aus einem Stück Dosenblech eine Rinne gebogen, darüber der Klumpen von Zinn erhitzt. Es tröpfelte in die Rinne, erstarrte und war so zu einem „Lötdraht“ geworden. Damit wurde dann gelötet, alle offenen Stellen geschlossen. Es kam mir wie eine Ewigkeit vor. Die Manu Chau Kassette im Hilux lief endlos und gab dem ganzen Ambiente sowas Fatalistisches. Ich verfluchte innerlich alles und wünschte mich nur wieder zurück nach Europa. Ich sehnte mich nach einem Schnitzel oder einer hundsgewöhnlichen Bratwurst. Wenn ich den Jungs beim Arbeiten zusah und dann über die Autowracks in den stahlblauen Himmel blickte, dann konnte ich mir nicht vorstellen, daß der Unimog diesen Ort jemals aus eigener Kraft verlassen wird. Die Sonne sankt tiefer und irgendwann waren die Jungs fertig. Wir machten einen Wassertest, manche Stellen wurden nachgebessert und wider Erwarten schien der Kühler so gut wie dicht. eingebaut, angelassen, lief. Jetzt Preisverhandlungen. Jeder Specialist war ja existenziell notwendig bei dieser Notoperation am offenen Herzen, claro, jeder kostete. Hatte ja jeder bestimmt auch ein Dutzend Kinder. Den Vogel schoß aber Joe ab, der astronomisch viel für sein Gas verlangte. Aber wenigstens lief die Karre. Als Testfahrt fuhren wir zum Sundowner runter an den Zambesi, bewunderten im nachhinein das Improvisationstalent der Afrikaner und stießen darauf an, mit kühlem Savanna.

Diedel

 

 

 

 

 

 

 

 

Fahrzeuge:
Unimog
Mogli´s Ende
Mogli´s 2. Frühling

Kühlersyndrom

Landy:
Serie 109
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